Das Pine Ridge Reservat in Süd Dakota, U.S.A., Heimat der Oglala Lakota (Sioux) Indianer, gilt als eines der ärmsten Gebiete der U.S.A. Die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung haben wenig mit dem Erscheinungsbild eines reichen Industriestaates zu tun, sondern lassen sich eher mit der Situation in einem Dritte-Welt-Land vergleichen.



Das Image des stolzen und edlen Oglala-Lakota wie man es aus dem Film » Der mit dem Wolf tanzt« kennt, hat nur noch wenig mit dem Alltag eines, um das Überleben kämpfenden Volkes zu tun. Armut, Apathie, Resignation, Depression. Gewalt, Korruption, Akohol-, Drogenmissbrauch prägen das Leben der Menschen. Immer noch sind indianischen Behausungen nicht an Stromnetz und sauberer Wasserversorgung angeschlossen.

Eine Studie der Universität von Süd Dakota belegt, dass mehr als die Hälfte der Sioux Kinder unterhalb der offiziell angegebenen Armutsgrenze leben. Fast 60% der Lakota leiden an Diabetes. Schlechte Ernährung, Bewegungsarmut, Alkohol, schlechte Wasserqualität werden als Ursache vermutet.
Die durchschnittliche Lebenserwartung wird mit 50 Jahre angegeben.

Viele der bestehenden Probleme sollten von » innen heraus « gelöst werden, von den Lakota selbst. Rückfindung zu ihrer eigenen Kultur und Tradition, zum Lakota Way of Life, würde sich unterstützend aus wirken.


Das ursprüngliche Konzept von Lakota Village Fund (LVF), welches von Sir Paul McCartney am 11.Dezember 1999 in der Sendung >>Wetten dass<< erstmals vorgestellt wurde, basierte auf dem indianischen Gemeindegedanken und Großfamilienkonzept einer Tiospaye zum Zwecke der Selbstversorgung und Arbeitsplatzbeschaffung . Verschiedene Selbsthilfeprogramme wurden seit Vereinsgründung im September 1999 gemeinsam mit den Lakota erstellt – ausgerichtet nach deren Wünschen, den gegebenen Möglichkeiten und bedacht auf Nachhaltigkeit. Sowohl der Aufbau eines eigenen Wirtschaftsverbundes im Reservat, zur Reduzierung der Arbeit- slosenrate von 85 % war zu Beginn eines der langfristigen Schwerpunkt-Ziele, als auch der Bau eines Öko-Dorfes unter Verwendung regionaler Naturmaterialien mit Wohnhäusern, Werkstätten, gewerblichen und gemeinnützigen Einrichtungen, einer Gartenanlage mit Gewächshaus und einer Wind- u. Solarenergie-Farm.

Erste Niedrigenergie-Hausmodelle wurden von LVF 2001 und 2002 im Reservat finanziert und in Form von Lehrprogrammen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit Experten wurden Öko-Hauskonstruktionen zusammen mit Lakotagruppen gebaut. Die daraus resultierenden Häuser dienten gemeinnützigen oder gewerblichen Zwecken, sowie als Musterhäuser für >> Low Energy and Affordable Housing<<.


LVF Affordable Low Energy House Project:
American Horse Creek June 2002

Ab 2003 lag der LVF-Schwerpunkt bei der Bekämpfung der verheerenden Diabetesepidemie durch verschiedene Präventionsprogramme basierend auf traditioneller Ernährung. Zusammen mit kräuterkundigen Lakota Partnern, wie z. B. dem Wild Life Biologen Richard Sherman wurde über Jahre zusammen mit LVF Vorstandsmitgliedern die Erkundung traditioneller, essbarer Wildpflanzen betrieben. Die Ergebnisse wurden innerhalb vielverprechender Diabetespräventionsprogramme eingesetzt. Sie dienten ebenso zur Verwirklichung und Entwicklung einer gesundheitsfördernden Produktelinie.

Die ersten Versuchsprodukte wie z.B. Tees, Öle, Gewürze, Nahrungsungsergänzungsmittel und Kosmetikprodukte basierend auf traditionellen Wildpflanzen der Prärie und Badlands wurden im Reservat testweise hergestellt, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensbedingungen allgemein zu verbessern. Gleichzeitig sollte die Förderung von fast verschwundenem Pflanzenwissen innerhalb der indianischen Bevölkerung unterstützt werden.

Neben vielen Wildnis-Exkursionen wurde von LVF der Anbau vielversprechender Wildkräuter gefördert mit dem Ziel, der Schaffung kleiner Kräuterfarmen, von Lakota betrieben. Der Anbau von Sonnenblumen- und Topinambur Feldern diente der Materialbeschaffung zur Pressung biologischen Öle. Der Kauf einer professionellen Öhlmühle in Manderson wurde von LVF 2002 ermöglicht.

In Zusammenarbeit mit einschlägigen Institutionen wie z.B. der indianischen Klinik in Porcupine (2002), dem Oglala Lakota College in Kyle und dem National Science Foundation-Projekt Lakota Land (2006), wurden Diabetes Präventions- und Kultur Programme für Lakota Familien in Form von Wildernis Camps durchgeführt. Damit soll eine Wiederbelebung der fast verschwundenen Kultur gefördert werden, bei gleichzeitigen Gesundheitsförderungsprogrammen.

Unter dem Motto >>Woyute un Zanipi<< werden von LVF seit 2003 Diabetes Präventionsprogramme in Kooperation mit Lakota Elders durchgeführt. Dazu zählen Kochkurse und Workshops im Reservat . Eine gleichnamige Tour wurde 2004 von LVF durch die CAP Offices (Gemeindezentren) durchgeführt.
Ausführliche Werbe- und Aufklärungsmittel wie Karten, Broschüren, Poster wurden zweisprachig (lakota/ englisch) von LVF in Zusammenarbeit mit Lakota Lehrern und Spirituellen Führern konzepiert und erstellt und an die Bevölkerung verteilt.

Enger Kooperationspartner bei der Durchführung ist seit vielen Jahren Joe American Horse, ehemaliger Stammespräsident und Enkel des legendären Chief American Horse. Das Projekt eine Kulturzentrums in Kombination mit einer Lakota Sommer-Schule (Intensivprogramme Kultur-Umwelt-Gesundheit) soll in Zusammenarbeit mit Lakota Lehrern und Spirituellen Führern verwirklicht werden, nachdem erste Workshops erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Neben der weltweit höchsten Diabetesrate von 60% sind besonders in den letzten Jahren auffallend hohe Vorkommen an Krebserkrankungen, Nierenschäden und Nierenversagen, Tot-, Miss- und Fehlgeburten zu verzeichnen.

Neben ungesundem Lebensstil wird als Hauptverursacher kontaminierte Umwelt angegeben. LVF hat im Sommer 2008 Trinkwasserbeprobungen in Zusammenarbeit mit dem hiesigen indianischen Gesundheitsamt durchgeführt.

Die Wasserproben wurden von einem unabhängigen, EPA (U.S. Environmental Protection Agency) zertifizierten Labor für LVF analysiert. Aufgrund der negativen Ergebnisse und der hohen Anzahl verseuchter Trinkwasser-Proben (Arsen, Radionnuklide) wird sich die Arbeit von LVF zukünftig vorrangig auf Umwelt- und Gesundheitsthemen konzentrieren.
Neben weiteren Trinkwasser- und Bodenuntersuchungen sollen u.a. Filteranlagen und die Entsorgung kontaminierter Filter finanziert werden, um betroffenen Lakota Familien sauberes Trinkwasser zu ermöglichen.

LVF ist keine Informationsbühne, sondern ein Verein, dessen Vorstand aktiv im Pine Ridge Reservat arbeitet. Vorstandsmitglieder des Hilfswerks sind jährlich über längere Zeiträume direkt vor Ort, um die Projekte persönlich zu betreuen.Sie leben inmitten der Lakota und können somit die Situation aus nächster Nähe beurteilen, um direkte Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität ergreifen zu können.
Ziel ist es eine menschenwürdige Lebensform zu finden, unter Einbindung ihres traditionellen Lebensstils, aber auch moderner Alternativ-Methoden. Die Kultur der Lakota kann nur erhalten werden, wenn sie den Bedürfnissen der jungen Generationen angepasst wird.

Die Arbeit von LVF wird seit Jahren in bebilderten Reports dokumentiert. Projektentwicklung und Jahresbericht über Eingang und Verwendung der Gelder werden innerhalb der offiziellen Jahresversammlung präsentiert und können den Mitgliedern schriftlich zur Verfügung gestellt werden.

Spendengelder werden zu 100% für Projektarbeit verwendet. Die Verwaltungskosten des Vereins werden von Vorstandsmitgliedern getragen. Die Beschaffung der benötigten Geldmittel erfolgt durch: Spenden, Charity-Veranstaltungen, Mitgliederbeiträge.

Spendenkonto:
LAKOTA VILLAGE FUND e.V.

Münchner Bank BLZ: 701 900 00
Konto: 847410
IBAN: DE 02 70190000 0000 847410
BIC: GENODEF1M01

Nähere Information:
LAKOTA VILLAGE FUND e. V.

Beiselestr. 19
82327 Tutzing
mail@lakota-village.de




VOORMANN & FRIENDS FOR CHARITY

in Aid of Pine Ridge Indian Reservation,SD, U.S.A.

SAFE WATER IS A HUMAN RIGHT
LAKOTA ENVIRONMENT & HEALTH PROJECT


in collaboration with Lakota Village Fund e.V..

Der Musiker, Grafikdesigner und Grammy Gewinner Klaus Voormann unterstützt mit seinem Albumprojekt A SIDEMAN'S JOURNEY das Hilfsprojekt Safe Water is a Human Right (Water is Life)-Lakota Environment & Health.

Voormanns Freunde, Musikerkollegen und Mitunterstützer sind u.a. Paul McCartney, Ringo Starr, Yusuf Islam (Cat Stevens), Dr. John, The Manfreds (Ex-Mitglieder der Manfred Mann Band), Albert Lee, Bonnie Bramlett, Max Buskohl u.v.a.

Tätigkeitsberichte Lakota Village Fund e.V.

Lakota Village Fund e.V. Tätigkeitsbericht 2008/2014 Lesen Sie den vollständigen Tätigkeitsbericht 2008-2014 von Lakota Village Fund e.V. Klicken Sie hier für ein PDF Dokument mit allen Informationen zum Download!


Lakota Village Fund e.V. Tätigkeitsbericht 2008/2012 Lesen Sie den vollständigen Tätigkeitsbericht 2008-2012 von Lakota Village Fund e.V. Klicken Sie hier für ein PDF Dokument mit allen Informationen zum Download!


Lakota Village Fund e.V. Tätigkeitsbericht 2009/2010 - Laut wissenschaftlicher Aussagen soll der Stamm der Lakota vom Aussterben bedroht sein u.a. durch Extremraten an Krebs, Nierenschäden, Tot- und Fehlgeburten und einer Diabetesrate von derzeit ca. 60%. ...mehr?


Lakota Village Fund e.V. Tätigkeitsbericht 2005 - In 2005 wurde Christina von Winona La Duke in das White Earth Reservation in Minnesota, wo die Chippewa (Anishinabe) beheimatet sind, eingeladen. Dies war als Abstecher vorab eingeplant, um dann anschließend mit dem Auto nach Süden, in das Pine Ridge Reservat zu fahren. Mit dabei LVF Mitglied Judy Grosch und die Autorin Antje Babendererde. Winona, Vorstandsmitlgied von Honor the Earth und Gründerin von White Earth Land Recovery Project, hatte Produkte von Christina in 2004 bei einem Besuch bei Richard Sherman kennen gelernt. ...mehr?


Lakota Village Fund e.V. Tätigkeitsbericht 2004 - Meeting und Kooperation Village Earth/ Fort Collins, Diabetes Prevention Campaign: Woyute en Zanipi/Food for Wellness, Anbau von Sonnenblumen und Topinambur, Kräuterexkursionen in den Badlands und Wild Horse Sanctuary, Begleitende Medienpräsenz im Reservat, Native American Productline, Kooperation Pine Ridge/Hochschule Anhalt/University of SD, Hundeentsorgung in den Badlands, Aktionen in Deutschland ...mehr?


Affordable Housing, der Bau von finanzierbaren ,gesunden und menschenwürdigen Unterkünften ist von jeher eine dringende Notwendigkeit bei den Lakota im Pine Ridge Reservat, Süd Dakota/U.S.A. Der Großteil der indianischen Bevölkerung lebt in überfüllten Trailern, welche aus billigen Materialien hergestellt werden. Viele Behausungen haben weder Strom noch Wasser. Seit Januar 2002 hat sich der Zustand drastisch verschlimmert. Laut der örtlichen Zeitung >>Black Hills People s News<< sind mehr als 2.500 überfüllte Wohnhäuser des Reservats mit Black Mold, einer gefährlichen Schimmelpilzart verseucht. Lakota Village Fund finanziert in Zusammenhang mit Experten seit Jahren Ausbildungsprogramme im Baubereich, wo in Zusammenarbeit mit Experten verschiedene erschwingliche Niedrig-Energie-Hauskonstruktionen getestet werden. Dabei werden vorwiegend organische Materialen verwendet und baubiologischen Prinzipien angewandt.
Lesen Sie hierzu:
- Baureport Juni 2002: Ökohaus am American Horse Creek.


DIABETES PRÄVENTIONS PROJEKT Die Diabetes Rate im Pine Ridge Reservat liegt derzeit bei fast 55%. Laut ABC Nachrichtenreport und den darin enthaltenen Prognosen von Ärzten und Mitarbeitern des IHS wird diese Rate innerhalb der nächsten 8 Jahre auf 68% ansteigen. In Zusammenarbeit mit der Porcupine Clinic arbeitet LVF an einem Diabetes Präventions Programm für die Bewohner des Pine Ridge Reservats. Die Finanzierung eines angegliederten Mutter-Kind-Hauses mit gesundheitsfördernden Programmen speziell für Kinder ist geplant. Säulen des Vorsorgeprogramms sind Bewegung, gesunde Ernährung unter Einbindung traditoneller Vorgaben, Anwendungen, Rückführung zu einer gesunden Lebensweise, abgestimmt auf Kultur, Tradition und genetisch bedingter Veranlagung der Lakota.
Lesen Sie hierzu:
- LVF - Diabetes Prävention Family Camp im Juni 2002
- Report: Diabetes Epidemie bei den Lakota


Native American Productline Geplant ist die Entwicklung einer indianischen Produktelinie ,die Herstellung von Kosmetik, Nahrungsergänzungsmitteln, Tees und Ölen im Reservat. Gestartet wurde dieses vielversprechend Projekt im September 2001 zusammen mit dem Lakota Richard Sherman ( Wild Life Biologist, Vorstandsmitglied der Oglala Sioux Recreation Parks). Der Aufbau einer damit verbundenen Firma Lakota Organic Products könnte mit relativ wenig Aufwand zur Schaffung vieler langfristiger Arbeitsplätze sorgen. Gleichzeitig knüpft es an die Arbeit im Diabetes Präventions Programm an. Die Ergebnisse werden eingebunden in die derzeit entstehende Diabetes Diät, welche trationelle Lebens- und Ernährungsweise beinhalten soll. Der Umgang mit den Pflanzen, deren Verwendung und den damit verbundenen Geschichten unterstützt ebenfalls die Lakota zur Rückführung ihrer eigenen Kultur.

Lesen Sie hierzu:
- Native American Productline: Kräuterreport Juni 2002
- Native American Productline: Kräuterreport September 2002
- Native American Productline: Kräuterreport September 2001





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