Native American Productline Kräuterreport September 2002 von Christina Voormann

Die Reise in das Reservat war diesesmal nur den Themen Diabetes Prävention und Aufbau einer Native American Produktelinie gewidmet. Beide Projekte gehen Hand in Hand. Das Sammeln und Erforschen von Kräutern und essbaren Pflanzen dient sowohl einer spezifischen Diabetes Diät für die Lakota, als auch der Herstellung vieler Produkte im Reservat, wodurch relativ schnell Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Zusammen mit LVF Vorstandsmitglied Judy Grosch begab ich mich diesmal auf die Reise. LVF Schatzmeisterin Andrea Ladwein hielt zu Hause in Deutschland die Vereinsstellung. Wir wählten den Weg über Frankfurt, Denver nach Rapid City und waren >>nur<< 15 Stunden unterwegs, bis wir, erschöpft wie immer, in Rapid City ankamen. Doch statt ab ins Hotelbettchen, mußte Judy erst einmal Formulare ausfüllen, nachdem wir feststellten, dass keiner ihrer Koffer angekommen war. Dafür war das vollständige Equipment zur Herstellung von geplanter Prairie-Kosmetika da, mehr als 150 Braunglasflaschen, Cremetiegel und die bunte Kuckucksuhr, welche wir als Geschenk für Harvey Wieland im Handgepäck hatten.

Nach einem komaähnlichen Tiefschlaft, trafen wir am nächsten Morgen unseren Kräuterexperten und Projektpartner Richard Sherman zum Frühstück im Hotel. Wir hatten vereinbart bei ihm zu wohnen, was nicht nur für die gemeinsame Arbeit sehr praktisch war, sondern auch eine Menge Geld sparte. Als erstes wurde Proviant für die nächsten Tage besorgt, sowie Regale, Kleinmöbel, Kühlschrank und Werkzeug, um das Untergeschoß in Richards Haus produktionsfähig einzurichten.

Die Hitze war selbst in den Abendstunden noch er-drückend. Temperaturen zwischen 105 und 112 (!) nahmen uns buchstäblich die Luft weg. An vielen Fenstern konnte man von außen Alufolien sehen, eine übliche Schutzmaßnahme die Räume wenigstens ein bißchen kühler zu halten. In Richards Haus sah es nicht anders aus.

Wir wußten, dass es im Reservat seit Monaten nicht mehr geregnet hat. Flüsse und Bäche waren ausgetrocknet, ein großer Teil der Pflanzen war entweder nur sehr kümmerlich oder überhaupt nicht vorhanden. Beeren konnten fast im gesamten Reservat nicht gesammelt werden, sie wurden bereits im unreifen Zustand von Vögeln gefressen. Ersatz für das fehlende Wasser.

Ich war neugierig, ob wir überhaupt etwas an Kräutern sammeln konnten, denn das Land sah sehr braun und verbrannt aus. Trotzdem, wie durch ein Wunder, gab es vereinzelte Gebiete, wo sich teilweise üppige Sammelplätze versteckten. So z.B. nicht weit von Richards Haus entfernt, nahe Manderson. Versteckt, zwischen Hügeln in einem kleinen Tal, herrschten fast paradiesische Zustände: White Snowberries, Wild Bergamotte, Pfefferminze, wilde Sonnenblumen, Rocky Mountain Beeplant und sogar die im Reservat seltene Brennessel.

Wir nutzten noch die Abendstunden des ersten Tages und schmissen uns ins Dickicht, eingeölt mit Mückenschutz und trotz Hitze in langen Hosen und Stiefeln. Ein Muss, wenn man inmitten hoher Büsche sich bewegt. Wir wollten die ersten Tage vorwiegend mit Sammeln verbringen, denn die Pflanzen mußten erst getrocknet werden, bevor wir sie für verschiedene Produkte verarbeiten konnten. Unsere Sammelplätze erstreckten sich zwischen Badlands, Gebiete um Kyle bis in die südwestliche Reservatsecke, dem Slim Butte Distikt. Das bedeutete immer stundenlange Autofahrten, aber wer einmal in Pine Ridge war weiß, selbst zum Zigarettenholen muß man mindestens 2 Stunden einkalkulieren.

Wir begannen teilweise bereits um 6.oo Uhr morgens und nutzten nicht selten die kühleren Abendstunden, solange es noch einigermaßen hell war.

Dabei begegnete uns so manch kriechender und schleichender Genosse, nicht immer unbedingt freundlich gesinnt. Aber wir vertrauten Richard, unserem Wild Life Spezialisten. Er, der nicht nur als Geländeführer, Büffelbetreuer, sondern auch als Jäger im Herbst unterwegs ist, kennt das Reservat wie seine Westentasche und ist auch mit möglichen Gefahren vertraut. Er sieht eigentlich immer alles sehr gelassen und schmunzelte über unsere Ängste, z.B. durchs hohe Präriegras zu stapfen. Doch einmal ermahnte auch er uns zur Vorsicht.

Richard besitzt 320 acre Land nahe an den Badlands, ca. 20 Meilen nördlich von Kyle. Es ist eine hügelige Gegend mit einer wunderbaren Pflanzenvielfalt, direkt am Medicin Root Creek. Zwischen diesem Landstrich und dem White River befinden sich bereits Ausläufer der Badlands. Ein wunderschönes, seltsam mystisch anmutendes Gebiet. Richard nimmt nicht jede Person dorthin mit, das hat er den spirituellen Führern versprochen, die aus Ecke sich Zedernzweige und Silversage holen. Wir hatten das Gebiet bereits im Frühjahr durchfahren und waren beindruckt. Als wir nun diesmal anhielten um Silversage zu sammeln, wurde unser Ersteindruck mehr als bestätigt. Es ist einer der wenigen und seltenen Kraftplätze, die uns Menschen wieder das Wort >>Demut<< durch den Kopf jagen lassen. Mit großem Respekt und still machten wir uns an das Sammeln, nachdem wir Tabak gen Himmel, Erde und in alle vier Himmelsrichtungen opferten, um >>Mutter Erde<< zu danken, für das, was wir in unsere Taschen packen wollten . Den Fotoapparat ließ ich im Auto, ich fand es unpassend diese erhabene Atmosphäre mit irgendwelchem Geklicke ausgelöst durch neugierige Fotolinsen auch nur im Geringsten zu stören.

Wie schon erwähnt, herrschte in diesem Jahr eine große Dürre, wenig Pflanzen, keine Beeren, keine Früchte an den Rot Zedern. Doch hier war es ganz anders. Inmitten eines üppigen Meeres von kraftstrotzendem Silversage, streckten sich überdimensionale Zedernbüsche und Bäume in den Himmel, eingebettet von der weißscheinenden Felslandschaft der Badlands. Hatten wir am Vortag in Slim Butte nicht eíne Beere entdeckt, wußten wir an diesem Platz überhaupt nicht, wo wir zuerst anfangen sollten. Zedernzweige, voll mit dicken Wachholderbeeren, und selbst die Rhus Aromatica Büsche, trugen üppig rote Früchte. Ein hervorragendes Gewürz für Eintöpfe, Suppen und Soßen. Ich konnte unser Glück garnicht fassen, denn speziell nach letztgenannten Beeren war ich besonders auf der Suche. Die Hitze war für uns Frauen fast unerträglich. Doch wir entwickelten eine hervorragende Taktik.

Um den Hals nasse Handtücher, Sonnenhüte auf dem Kopf, Arme und Beine regelmäßig nass gespritzt dank unserer Wassercontainer, die wir im Auto hatten. Nicht länger als 15 Minuten wurde in der prallen Sonne gepflückt, dann wieder ab in den Schatten eines großen Cotton Trees. >>Passt auf, wenn ihr an die Büsche geht zum Pflücken. Im Gras darunter liegen bei dieser Hitze nicht selten Klapperschlangen<<, Richards Warnung hatte seine Wirkung. Ich näherte mich meist mit stampfenden Schritten und vor dem Busch hüpfte ich dann noch mehrmals in die Höhe, in der Hoffnung die giftigen Gefährten zu verscheuchen. Das sah zwar selten dämlich aus, aber es gab mir ein Gefühl von zumindest ein bißchen Sicherheit. Bald war Richards Haus voll mit Kräuterbüscheln zum Trocknen.


Die Aromen, die durch und ums Haus strichen versetzten uns in Entzücken und wir fühlten uns alle enorm fit und gesund!. Als der Platz innen nicht mehr ausreichte, hingen wir die Pflanzen draußen auf die Wäscheleine, an Gartenzäune und in die Bäume, immer darauf bedacht, dass sie nicht zu lange direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren.

Doch wir wußten, dass es Mengen bedarf, selbst um die ersen Testprodukte zu produzieren. Das hieß nach wie vor, morgens um 06.00 raus den Federn und rein ins noch kühle Dickicht. Vorrangiges Interesse verwendeten wir auf der Suche nach Gewürzpflanzen in Hinblick auf unsere Diabetes Diät.

Zu unserem Entsetzen mußten wir feststellten, dass unsere Kooperationspartner der Porcupine Clinic großen und vor allen Dingen negativen Veränderungen unterworfen waren. Die Porcupine Clinic war die erste und einzige unabhängige Indianische Klinik, welche vor Jahren durch intensives Engagement der Means Familie und vor allen Dingen Ted Means Ehefrau, Loreley de Cora gebaut werden konnte. Doch die Gelder reichten nicht aus und so wurde sie vor ca.2 Jahren dem IHS unterstellt. Seit Sommer 2002 sind sämtliche Zuschüsse gestrichen. Selbst die Sweet and Low Rationen ( Süssstoff) ,welche an die Diabetespatienten ausgeteilt wurden. Die Dialysestation wurde kurz bevor wir ankamen geschlossen, was für viele Lakota katastrophale Folgen hat.

Sie müssen nun nach Pine Ridge in die dortige ( umstrittene) Dialyseeinrichtung oder nach Rapid City. Wie für viele, so auch für meine Adoptionsschwester Rachel Red Bear und ihrem schwerkranken Mann dem Salomon Red Bear, dem Präsidenten der Native American Church, ein schwerer Schlag.

Für nicht wenige bedeutet dies Autofahrten bis zu 100 Meilen hin und 100 Meilen wieder zurück. Besonders das zurück ist anstrengend nach 3 1/2 Stunden Dialyse, wenn sie geschwächt und erschöpft hinterm Lenkrad versuchen ihren Weg über die holperigen Schotterstrassen zu finden. Oft passieren dadurch viele Unfälle, so wie bei Rachel und Salomon. Im Dezember vergangenen Jahres lief ein Pferd ins Auto und flog durch die Windschutzscheibe. Rachel und Salomon mußten mit dem Hubschrauber in die Klinik nach Rapid City geflogen werden. Ähnliches passierte zwei Wochen vor unserer Ankunft. Diesmal war es nur ein Kalb, ein gewaltiger Blechschaden und Salomon erlitt einen derartigen Schock, dass er sich lange Zeit einbildete, seine Frau Rachel wollte ihn umbringen. Es ist erschreckend den gesundheitlichen Verfall der beiden mitanzusehen. Wir hatten Rachel und Salomon zuletzt im Juni gesehen.

Was wir nun vorfanden erschütterte uns doch. Salomon konnte kaum sprechen und wenn, dann konnter sich nur in Lakota ausdrücken. Rachel saß im Rollstuhl, auf dem Kopf nur ein paar graue Haarspiralen. Das Resulat einer billigen Dauerwelle lachte sie. Dem entgegen steht die Aussage ihrer Tochter Echo, die den Verlust der Haare seit langem beobachtet und es der Diabetestherapie zuschreibt. Dies alles bestätigte uns alles noch mehr, den Weg der Diabetes Prävention zu gehen, und vor allen Dingen bei den Mütter und Kindern anfangen.

Die Pflanzen trockneten schnell und wir konnten bereits nach wenigen Tagen, Blätter, Beeren und Blüten von Stengeln pflücken und in Gläser abfüllen. Uns zur Seite standen muskelbepackte Lakota, die zu Steppenwolfs >>Born to be wild<< und sonstigen nostaligischen Rocktönen ihre Arbeit zuverlässig zwischen 08.00 morgens und 17.00 Uhr nachmittags erledigten. Dazwischen gabs Christina’s Prairie Cuisine mit den gepflückten Gewürzenkräutern oder ganz einfach Kaffee und Zitronenkuchen (ohne Gewürzpflanzen).

Richard befriedigte seinen Spieltrieb an der tollen Ölpresse und schon bald lockten eine Reihe gefüllter Gläser und Flaschen zur Herstellung der ersten Cremes und Körperprodukte. Oh Gott, was waren wir alle stolz!

Aus dem Keller ein Höllenlärm dank Richards Ölpresse, im Erdgeschoss Qualm aus der Hexenküche, untermalen von Flamenco Gitarrenklängen aus Richards Kassettenrekorder, und das alles mitten im Indianerreservat. Was sich wohl die Nachbarn dachten?

Das Austesten der Pflanzen wurde wissenschaftlich genau aufgezeichnet. Hier zeigte es sich von großem Vorteil , dass unser Projektpartner auch Biologe war. Im Wohnzimmer türmten sich Bücher und Texte über medizinische und essbare Pflanzen und deren Wirkung . Wir pulverisierten einige getrocknete Kräuter und ordneten sie anhand des Geruchs und Geschmacks ihrer Verwendungsmöglichkeit zu. Wir mischten Tees und wir köchelten Kräuterölabkochungen. Wir befanden uns in absoluter Kräuterekstase und so manches Rumoren im Bauch gab uns zu verstehen, dass dies eine oder andere Kräutlein vielleicht doch in geringerer Dosis beigemischt werden sollte.

Ob Tees oder Gewürze, Inhaltstoffe für die Kosmetikprodukte, wir waren immer wieder fasziniert von Wirkung und Aromen dieser Wildpflanzen. Wir besorgten in einem Naturkostladen im Rapid City Steinsalz und vermengten es mit pulverisierten Gewürzpflanzen, welche wir bereits in den Badlands und Umgebung gepflückt haben. Das Ergebnis war fantastisch: unser erstes Indianische Kräutersalz made on Pine Ridge Reservation!

Die ersten Cremes wurden gleich mal an Judy, Richard, Joe American Horse und sonstigen Mitstreitern ausprobiert. Jeder der uns besuchte, mußte sich erst einmal tüchtig eincremen. Ach, was werden die Lakota zukünftig doch für einen samtweichen Teint haben.

Zwischendrin wurde es uns auf dem Reservat dann doch zu heiß, nachdem wir am frühen Morgen schon nach Luft röchelten. Wir flüchteten in die Black Hills, wo es doch um einiges kühler zu sein schien, zumindest erhofften wir uns das. Gleichzeitig wollte uns Richard die Vegetation dort zeigen. Wir verbrachten eine viel zu kurze Zeit im Wind Cave Nationalpark. Ein Paradies!

Auf dem Rückweg erkundeten wir noch entlegenes Gelände und entdeckten ganz neidisch eine unglaublich Vielzahl von Pflanzen, die dank der extremen Trockenphase, auf dem Reservat weit und breit nicht vorhzufinden waren. Rosehips so groß wie Kirschen, Echinacea in Hülle und Fülle. Hinzu kamen noch Büffel, Büffel , Büffel, wohin man auch blickte.

Sie grasten weit in die Täler hinein, versperrten den Autofahrern die Strassen, lümmelten auf der Wiese herum oder streckten plötzlich ihre dicken Schädel hinter den Bäumen hervor.

Ein Büffelerlebnis der außerirdischen Art hatte dann unser Judy vorzuweisen. Es war kurz bevor wir den Park verließen. Wir stoppten, um noch weiter Kräuter zu begutachten und die wunderschöne Landschaft zu genießen. Während Richard das Auto für den Rückweg holen wollte und ich noch in einem glasklaren Bach herumplanschte, ließ es sich Judy nicht nehmen, abseits vom Trampelpfad über die Wiesen auf einen Hügel zuzustapfen, hinter dem sie alsbald auch verschwand.

Als ich zu Richard ins Auto stieg meinte ich noch: >> Wirst sehen, hinter dem Hügel sitzt jetzt unsere Judy gegenüber von einem Büffelbullen.<< Wir mußten bei diesem Gedanken herzhaft lachen, was uns allerdings schnellstens verging, als wir dann über den Hügel fuhren.

In einer Entfernung von ca100 m saß Judy im Gras, mit dem Rücken zu uns.

Was hängt denn da für eine braune, große Tüte am Zaun, meinte ich noch und sah, dass Richard überhaupt nicht mehr fröhlich aus der Wäsche guckte. Er machte ein besorgtes Gesicht . Als wir uns langsam näherten, entpuppte sich die braune Plastiktüte als schlafender, alter Bulle. Ihm gegenüber, ca 10 meter entfernt saß Judy. Sie erhob sich langsam, als sie uns bemerkte und ihr Gesicht war auch schon ‘mal entspannter und besser durchblutet.

Sie stieg ein und wir fuhren im Schritttempo an dem Bullen vorüber. Sein überdimensonialer Schädel war leicht vornübergeneigt, weit und breit kein anderes Tier. Richard meinte, er hat sich hierher zurückgezogen, um zu sterben. Der Anblick berührte uns alle sehr.


Im Reservat angekommen, ging es gleich wieder weiter mit köcheln und austesten, natürlich unter sehr primitiven Umständen.

Ich hatte aus Deutschland 70%gen Alkohol mitgebracht, da ich wußte, dass auch außerhalb des Reservats derartiges nichts zu bekommen ist. Abgesehen davon, dass wir reinen Alkohol zum Ansetzen für Tinkturen benötigten, konnte ich damit auch regelmäßig meine Instrumente und das gesamte Arbeitsfeld damit desinfizieren.

Wir hatten nicht mehr viel Zeit, nur mehr noch ein paar Tage bis zur Abreise. Ich wollte so viel wie möglich Testprodukte hinterlassen, um Ergebnisse über Wirkung und Verwendung zu erhalten, aber auch um Richard zu helfen, über die harte Wintersaison wenigstens Geld für die Miete zu verdienen. Wir teilten uns die Arbeit auf. Richard sammelte fleissig weiter, mußte auch hin und wieder in die Bäume, z.B. als wir auf die olivenähnlichen, essbaren Früchte der Ölweide (Russian Olive Tree) im Raum Kyle gestoßen sind.

Die Aufregung war groß, als wir über unsere deutschen Partner der Maienfelser Naturkosmetik erfuhren, dass aus den erbsengroßen Früchten Öl gepresst wird und unter dem Namen Zachäus Öl oder Oleum sanctum ( Heiliges Öl) bekannt ist.

Richards Versuche scheiterten, statt heiliges Öl gabs nur heiliges Fruchtmus, das allerdings schmeckte doch sehr lecker. Besonders die essbaren Pflanzen stehen vorne bei unseren Pflanzenexkursionen. Als wir hörten, in welcher Situation die Porcupine Clinic sich befindet, beschlossen wir noch intensiver an der geplanten Diabetes Diät zu arbeiten und vernünftige Ernährungswege innerhalb der Prävention zu suchen.

Das Pine Ridge Reservat weist derzeit fast 60 % Diabeteskranke auf. Die bislang minimale Versorgung ist weiter verkürzt worden. Grund genug noch intensiver Diabetes Präventionsprogramme zu entwickeln. Ein weiterer Kampf ums Überleben für die Lakota, aber nicht aussichtslos.

Am Abend vor unserer Abreise arbeiten wir bis weit nach Mitternacht. Wir hinterließen Richard eine Vielzahl, an Cremen, Körperölen, eine Teemixtur, Indianisches Kräutersalz und drei verschiedene Gewürze: Monarda fistulosa ( wie wilder Oregano, genauso auch anwendbar), Cleome serrulata ( geschmacksähnlich zu Spinat) und Rhus aromatica ( ein besonders würziges Pulver, welches auch Bestandteil der indischen Gewürzmischung Garam Masala ist). Alle drei Gewürze eignen sich hervorragend zum Würzen für Suppen, Eintöpfe, Fleichgericht, Salate eigentlich alles ausser Süßspeisen. Aber auch wilde Wacholderbeeren oder pulverisierte Nutlets der Wooly Verbena

Wir wissen, dass da draußen in der Prärie noch vieles darauf wartet gepflückt zu werden, damit die Lakota wieder das für ihre Speisen verwenden, was bereits ihre Vorfahren vor mehr als 150 Jahren zum Essen, Würzen und Marinieren benutzt haben. Zusammen mit den frischgepressten Bio Ölen aus Richards Ölpresse ist dies ein erster und sehr sinnvoller Schritt zu einer vernünftigen Diabetes Präventionsmaßnahme.

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