Native American Produktline: Kräuterreport September 2001 von Christina Voormann

Hauptziel das LVF ist die Beschaffung von Arbeitsplätzen. Die Entwicklung einer Eco Native American Productline wird innerhalb des LVF Vorstands seit langem diskutiert, angeregt durch die erfolgreichen Bio Produktelinien der LVF Vorsitzenden Christina Voormann, welche von Home Shopping Europe seit Juli 2001 vertrieben werden. Doch es mußten erst einmal wieder geeignete Partner im Reservat gesucht werden, denn der eigentliche Sinn ist ja die Herstellung in der Reservation selbst.


Rosie Olsens Empfehlung war ein Glückstreffer. Schon bei den ersten Kräuterexkursionen zeigte sich Richard Sherman nicht nur als Fachmann, sondern als ruhiger und sensibler Mensch, der die Natur liebt und weiß, damit respektvoll umzugehen. Richard ist Lakota und war lange Zeit als Wild Life Biologe im Reservat für den Stamm tätig. Unter seiner Amtszeit wurden die Büffelherden wieder in die Reservation gebracht und auch heute noch wird er gerufen, wenn für Lakota Zeremonien ein Tier getötet und traditionell zerlegt werden soll. Richard ist seit Herbst 2201 wieder Vorstandsmitglied der Oglala Sioux Recreation Parks.


Nur Wenige kennen die Prärie und die Badlands so gut, was ihm den Ruf als einen der besten Führer für Touristen eingebracht hat. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst ein renommiertes Magazin wie National Geographics Richard Sherman einen eigenen Reisereport widmete.


Die Idee, eine indianische Produktelinie zu entwickeln, um dann die Produkte im Reservat unter seiner Leitung herstellen zu lassen stieß bei ihm nicht nur auf offene Ohren, sondern er hatte selbst seit langem ähnliche GedankenLVF Mitglied Judy Grosch, Richard und ich bildeten bald ein gutes Team, mit gleichem Ziel im Herzen: dem Volk der Lakota zu helfen.


Bereits die ersten Ernteergebnisse im September 2001 und danach folgenden Testproduktionen in Deutschland, wozu Richard eigeladen wurden, zeigten vielversprechende und spannende Möglichkeiten an.


Pflanzen wurden im September im Raum Manderson und in den südlichen Badlands gesammelt. Die Touren beinhalteten so manche abenteuerliche Überraschung.


Besucht wurden auch lehmträchtige Gebiete, um die vielfarbige Naturerde von Labors auf ihre Verwendbarkeit untersuchen zu lassen.


Gesammelt wurden 17 verschiedene Pflanzen. Danach erfolgte eine gründliche Recherche bezüglich Wirkung und Verwendbarkeit der Kräuter und Beeren. Umfangreichens Buchmaterial, teilweise antiquare Exemplare wie Ausgaben der U.S. Pharmacoepia aus dem 19. Jahrhundert wurden intensiv studiert und auswertet, Gespräche mit Experten geführt. Unterstützend wirkten auch die Interviews welche von mir und Judy mit Lakota Elders für den Diabetes Report geführt wurden. Wir bemerkten innerhalb kurzer Zeit, daß die Prärie eine Pflanzenschatzkammer zur Verfügung stellt, deren Vielfalt eine Bereicherung innerhalb der Gesundheitspflege für Mensch und Tier bedeutet.

Das Testen der ersten Produkten wurde Anfang Dezember 2001 in Deutschland bei der Maienfelser Naturkosmetik durchgeführt. Hierzu wurde auch Richard Sherman eingeladen, dem dabei die ersten Herstellungsverfahren gezeigt und vermittelt wurden. Dabei stieß man auf viele Rezepturen, welche bereits vor mehr als 150 Jahren von den Lakota verwendet wurden. Teemixturen aus Fetid Merygold und Curly Top Gumweed, zwei stark aromatischen Büschen die zu Hauf im Reservat wachsen und von dessen Bewohner bislang nur als Unkraut bezeichnet wurden. Gewürze aus Wild Bergamotte und Wooly Verbena, Shampoo aus Yucca bzw Soapweed.

Die Kakteenfrüchte von Prickley Pears wurden von Lakota früher roh und gekocht gegessen. Das Kraut der Cheyenne Turnip wurde als Suppenkraut verwendet und vieles mehr.

Die von uns angesetzten Pflanzentinkturen zeigten innerhalb von Stunden eine tief dunkle Färbung, Zeichen von besonderer Wirkstoffintensität der Wildpflanzen. Da war sogar Hans Peter Lindenmann, Eigentümer der Maienfelser Naturkosmetik erstaunt. Und wieder erkannten wir, dass die Prärie eine Pflanzenvielfalt beherbergt, deren Wirkungsintensität kaum zu überbieten ist. Wie sagte doch so schön der Apotheker und Buchautor Klitzner:>> Diese Tinkturen beinhalten nicht nur die Wirkstoffe, sondern auch das Wesen dieser Pflanzen. Wir haben es hier mit Kräutern zu tun, die an einem urwüchsigen Platz wachsen, wo sie innerhalb der kosmischen Ordnung vorgesehen sind.<<


An diesen Satz muß ich jedesmal denken, wenn ich über diese noch ursprüngliche Landschaft schaue, auf der Suche nach Wildpflanzen. Und Herrn Klitzners Formulierung trifft den Nagel auf den Punkt. Es ist die kosmische Ordnung die man in diesen Gebieten noch spürt und deren Kraft uns Menschen nachdenklicher und um ein ganzes Stück kleiner und demütiger werden läßt.

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